„Für Volkes Freiheit kämpfet stets, die freie Radlerschar“

Rad- und Kraftfahrverein Solidarität Lehengericht e.V.

RKB

Zur Geschichte des Rad- und Kraftfahrvereins Solidarität Lehengericht e.V. von der Gründung im Jahr 1909 bis zum Verbot im Jahr 1933

Ein Überblick zur Quellenlage und zum Forschungsstand

1984 beging der Rad- und Kraftfahrverein Solidarität Lehengericht e.V. sein 75-jähriges Gründungsjubiläum und veröffentlichte zu diesem Anlass eine Festschrift. Über die ersten Jahrzehnte war damals nur noch wenig in Erfahrung zu bringen. Es lebten zwar noch einige Zeitzeugen, die aus ihren Erinnerungen berichten und Fotos zur Verfügung stellen konnten, aber schriftliche Quellen fehlten fast völlig.

 

Mit Ausnahme eines Mitgliederbuches wurden alle anderen Vereinsunterlagen bei der nationalsozialistischen Machtübernahme im Frühjahr 1933 beschlagnahmt und vermutlich vernichtet. Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund „Solidarität“ wurde damals verboten, weil die sozialdemokratisch geprägte Arbeiterkultur- und -sportbewegung einer der wichtigsten politischen Gegner des Nationalsozialismus war.

Bei der Darstellung der Geschichte des Vereins musste sich der Autor Rolf Rombach deshalb in erster Linie auf die mündliche Überlieferung der ältesten Vereinsmitglieder stützen. Besonders schwerwiegend ist der Verlust der Protokolle aus der Zeit von der Gründung des Vereins im Jahr 1909 bis zum Verbot im Jahr 1933, da diese Unterlagen meistens die wichtigste Quelle zur Geschichte von Vereinen sind.

Die ältesten Vereinsmitglieder wussten über die Gründungszeit vor 75 Jahren nur noch sehr vage Bescheid.

25 Jahre später ist die Beschäftigung mit den ersten Jahrzehnten der Vereinsgeschichte natürlich nicht einfacher geworden. Die 1933 verloren gegangenen Quellen können nach wie vor nicht ersetzt werden. Zeitzeugen, die befragt werden könnten, sind nicht mehr am Leben.

Dennoch wurde versucht, die Anfänge des Rad- und Kraftsportvereins Solidarität Lehengericht e.V. aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums erneut in den Blick zu nehmen. Auf der Suche nach bisher unbekannten Quellen waren ein paar wichtige Entdeckungen möglich, insbesondere kann dank der Gesprächs- und Hilfsbereitschaft der Enkelin Gabriele Iseler mehr über Johann Georg Arnold (1886-1977) berichtet werden, der den Arbeiter- Radfahrer-Verein „Einigkeit“ 1909 in Lehengericht gegründet hat.

Der eine oder andere Bericht über Lehengericht ist sicher auch in der Zeitschrift „Der Arbeiter- Radfahrer“ erschienen, die sich in der Bibliothek des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich- Ebert-Stiftung in Bonn befindet. Eine Durchsicht der vorhandenen Jahrgänge war im Rahmen der Recherchen für diesen Beitrag leider nicht möglich.